
Österreich - die ganze Geschichte
Der Podcast zur großen History-Dokureihe von ORF III. Eine Spurensuche nach den großen Themen von heute in unserer Geschichte. Die namhaftesten Historikerinnen und Historiker des Landes stehen Mariella Gittler Rede und Antwort über gegenwartsrelevante Themenkomplexe wie „Klima und Umwelt“, „Gesellschaft und Frauen“, „Ernährung und Gesundheit“, „Migration und Minderheiten“, „Demokratie und Menschenrechte“ u.v.m.
Episodes
Neustart nach 1945 – Wie Österreich seine Diplomatie wieder aufbaute
In unserer vorerst letzten Folge von „Österreich – Die ganze Geschichte“ geht es um den Wiederaufbau der österreichischen Diplomatie nach dem Zweiten Weltkrieg. Gemeinsam mit Historiker David David Schriffl spricht Mariella Gittler darüber, wie ehemalige Diplomaten bereits im April 1945 den Auswärtigen Dienst neu organisierten, internationale Kontakte wiederherstellten und Österreich Schritt für S
Zwischen Bündnissen und Intrigen – Die Diplomatie der Habsburgermonarchie im Ersten Weltkrieg
In dieser Folge von „Österreich – Die ganze Geschichte“ geht es um die österreichische Diplomatie rund um den Ersten Weltkrieg. Gemeinsam mit Historiker David Schriffl spricht Mariella Gittler über die politischen Spannungen vor 1914, die Rolle von Diplomaten wie Leopold Graf Berchtold und die Frage, wie sehr Diplomatie den Kriegsausbruch beeinflusste. Außerdem beleuchtet die Folge die berühmte Si
Heiratspolitik und Machtspiele – Die Außenpolitik der Habsburger im 18. Jahrhundert
In dieser Folge von „Österreich – Die ganze Geschichte“ dreht sich alles um Macht, Bündnisse und die große Diplomatie der Habsburger. Historiker David Schriffl erklärt, wie Wenzel Anton von Kaunitz im 18. Jahrhundert die europäische Politik auf den Kopf stellte, Österreich mit Frankreich verbündete und mit geschickter Heiratspolitik die Außenpolitik Maria Theresias entscheidend prägte. Eine spanne
Kaiser, Kanzleien und Konsuln – Die ersten Schritte der Habsburger Diplomatie
Die österreichische Diplomatie entstand nicht über Nacht: Im frühen 18. Jahrhundert begann die Habsburgermonarchie, ihre Außenpolitik erstmals professionell zu organisieren. Gemeinsam mit dem Historiker Dr. David Schriffel spricht Mariella Gittler über Kaiser Karl VI., den Einfluss europäischer Kriege und die Entstehung eines eigenständigen diplomatischen Dienstes. Eine Reise zu den Anfängen öster
Der Streit um die Seelen
Eine unscheinbare Kupfermünze aus Salzburg erzählt von einem großen Konflikt: Im 9. Jahrhundert wird der Donauraum zum Schauplatz eines Machtkampfs zwischen Ost und West. Während das Frankenreich und die Kirche von Rom ihren Einfluss ausdehnen, versucht Byzanz mit eigenen Missionaren gegenzusteuern. Neue Alphabete, fremde Sprachen und rivalisierende Glaubensrichtungen treffen aufeinander. Der Fund
Vom Kalifat nach Kärnten
Ein überraschender Fund in Kärnten führt in eine global vernetzte Welt: Arabische Silbermünzen aus dem Jahr 790, geprägt im Kalifat der Abbasiden, legen Zeugnis von weitreichenden Handelsbeziehungen ab. Von Bagdad bis nach Mitteleuropa zirkulieren Waren, Menschen und Reichtümer – darunter Pelze, Luxusgüter und auch Sklaven. Der Fund aus Emmersdorf zeigt, wie eng selbst das frühmittelalterliche Öst
Das Gold des Khans
Ein Ring aus Oberösterreich führt mitten hinein in die großen Machtkämpfe des 7. Jahrhunderts: In seinem Inneren steckt eine byzantinische Goldmünze aus dem Jahr 626 – geprägt in Konstantinopel und verknüpft mit einem dramatischen Wendepunkt der Geschichte. Während das Oströmische Reich gegen Perser und Awaren um sein Überleben kämpft, fließen enorme Goldmengen entlang der Donau bis nach Mitteleur
Pest, Gold und ein Kaiser
Eine Goldmünze aus Carnuntum erzählt von einer Welt im Umbruch: Obwohl das Weströmische Reich längst untergegangen ist, taucht im Jahr 542 plötzlich wieder ein römischer Kaiser in Österreich auf – zumindest auf einer Münze. Was zunächst wie ein archäologisches Detail wirkt, führt mitten hinein in globale Handelsnetzwerke und eine der größten Katastrophen der Antike: die justinianische Pest. Mariel
Alltag wie im Imperium
In dieser Folge von „Österreich – die ganze Geschichte“ begibt sich Moderatorin Mariela Gittler mit Historikerin Franziska Beutler auf Spurensuche im römischen Erbe Österreichs. Von unserem Alphabet und lateinischen Alltagswörtern über Monatsnamen und den Julianischen Kalender bis hin zu Straßenbau, Aquädukten, Kanalisation und revolutionärer Fußbodenheizung zeigen sie, wie stark die Antike unsere
Unter unseren Füßen liegt Rom
Was ist vom römischen Österreich heute noch sichtbar? In diese Folge spricht Moderatorin Mariela Gittler mit Historikerin Franziska Beutler über die spektakulärsten Schauplätzen römischer Geschichte: vom weitläufigen Archäologiepark in Carnuntum mit rekonstruierten Häusern und funktionierender Fußbodenheizung über das monumentale Heidentor bis ins römische Wien, wo sich das Legionslager im heutige
Machtspiele am Limes
Welche römischen Kaiser haben auf dem Gebiet des heutigen Österreich Geschichte geschrieben? In dieser Folge spricht Moderatorin Mariela Gittler mit Historikerin Franziska Beutler über Machtpolitik an der Donau: vom Philosophenkaiser Marcus Aurelius, der, während der Markomannenkriege Jahre in Carnuntum verbrachte und vielleicht sogar in Vindobona starb, über die spektakuläre Kaiserausrufung des S
Rom erobert alles…auch Österreich
„753 – Rom schlüpft aus dem Ei“ heißt es, aber stimmt das eigentlich? Wie wurde aus einer kleinen Siedlung am Tiber ein Weltreich – und was hat das mit dem heutigen Österreich zu tun? In dieser Folge von „Österreich – die ganze Geschichte“ spricht Mariella Gittler mit der Althistorikerin Franziska Beutler über Aufstieg, Macht und Organisation des Römischen Reiches – von der sagenhaften Gründung du
Die Kelten zwischen Realität und Mythos
Die Kelten bildeten eine äußerst heterogene Bevölkerungsgruppe der Eisenzeit, deren Identität stark von stereotypen Fremdzuschreibungen griechischer und römischer Autoren geprägt ist. Ihre monarchisch geprägten Herrschaftsstrukturen sind etwa anhand von Grabfunden einst mächtiger Hallstattfürsten oder eindrucksvoller Grabhügel, wie jenem im niederösterreichischen Großmugl, bis heute nachvollziehba
Hotspots der Jungsteinzeit
Die Neolithische Revolution nimmt im Nahen Osten ihren Anfang und breitet sich später bis nach Mitteleuropa aus. Schafe, Ziegen und Rinder werden domestiziert und unsere Vorfahren sesshaft. Mit der Linearbandkeramik, sowie dem Einsatz neuer Werkzeuge wie Sternbeilen, findet eine tiefgreifende kulturelle Veränderung statt. Dabei geht es auch um die ersten Metallfunde und die frühe soziale Ungleichh
Die ersten Österreicher
Die ersten Menschen, die in der Steinzeit im Gebiet des heutigen Österreich lebten, waren nomadische Jäger, deren hochmobiles Leben von Hunger, den wechselhaften Klimabedingungen der letzten Eiszeit und gefährlichen Begegnungen mit wilden Tieren geprägt war. Die Feuerstellen waren das Zentrum des sozialen Lebens in einer Zeit, über die wissenschaftliche Aussagen aufgrund der enormen historischen D
Das 1x1 der Steinzeitarchäologie
Wer waren die ersten Bewohner des heutigen Österreich und mit welchen Herausforderungen hatten sie zu kämpfen? Mariella Gittler spricht mit dem Archäologen und Urgeschichtler Dr. Franz Pieler über seinen Beruf und die neuesten Erkenntnisse der prähistorischen Forschung. Wir erfahren, welche Methoden in der Archäologie heute zur Anwendung kommen und was uns alte Werkzeuge, Siedlungsspuren und Statu
Vom Frieden und dem Wert des Menschen
Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident a.D., spricht mit Mariella Gittler über die gegenwärtigen Herausforderungen und mögliche Zukunftsszenarien für Österreich. Fischer betont die Vorteile von Demokratie, Neutralität und Investitionen in Bildung und Forschung als stabile Grundlagen für die Zukunft und Sicherheit des Landes. Ein zentrales Thema ist sein lebenslanges Eintreten für den Frieden nach den
Von der Ostöffnung zum EU-Beitritt
Mariella Gittler spricht mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Österreichs, Dr. Heinz Fischer, über die historischen Umwälzungen rund um den Fall des Eisernen Vorhangs 1989 und über persönliche Familiengeschichte aus Besatzungszeit und Ost-West-Konflikt. Fischer erinnert an die Angst seiner Mutter vor dem Übertreten der sowjetischen Demarkationslinien, frühe Besuche im Ostblock und an die Mauertote
Vom Opfermythos zur Restitution
Nur sehr schwerfällig und auch unter immer stärker werdendem internationalem Druck rückte die Zweite Republik letztlich von der bequemen Opferthese ab. Ausgangspunkt ist die internationale Kontroverse um Kurt Waldheim, die das Land zwang, sich mit seiner tatsächlichen Rolle in der NS-Zeit auseinanderzusetzen. Dadurch gewann die Anerkennung der österreichischen Mitschuld erstmals breiteren politisc
Stunde 0 der 2. Republik
Heinz Fischer spricht über seine Kindheit und Schulzeit während des Zweiten Weltkriegs sowie über die traumatischen Erfahrungen, die die unmittelbare Nachkriegszeit prägten. Er schildert die Unsicherheit, den Hunger und die Wohnungsnot jener Jahre und wie diese Bedingungen das Leben einer ganzen Generation bestimmten. Zugleich beschreibt er den Wiederaufbau des Landes, der jedoch oft um den Preis
Koloniales Österreich?
Der Mythos eines kolonial unbefleckten Österreichs bröckelt heute in Teilen der Geschichtsforschung. Neue Forschungsrichtungen untersuchen die Verstrickungen Österreichs in den Kolonialismus der vergangenen Jahrhunderte. Dabei geht es nicht nur um die vielfältige Involvierung in den überseeischen Kolonialismus anderer europäischer Mächte, sondern auch um Formen des Binnenkolonialismus in Europa –
Aktiv neutral
Am Anfang ist die Neutralität eine eher unbeliebte Bedingung zur Wiedererlangung der vollen Souveränität Österreichs im Jahr 1955. Doch bald freundet man sich mit dem Gedanken an, und die Neutralität wird sogar zu einem zentralen Identitätsbaustein der noch jungen Zweiten Republik. Militärisch neutral, aber politisch als liberale Demokratie Teil des Westens – so lautet lange das österreichische Er
Kanzlerdiktatur oder doch Austrofaschismus?
Nach 1945 läuft die Aufarbeitung der vergangenen Jahre schleppend, und die Gräuel des Zweiten Weltkriegs und des NS-Terrors verstellen lange den Blick auf die Jahre der österreichischen Diktatur davor. Besonders die Frage, ob die Diktatur, die Österreich von 1933 bis 1938 prägte, als „faschistisch“ zu bezeichnen sei, löst in der Zweiten Republik eine kontroverse Debatte unter Fachleuten aus. Zeith
Die andere Machtergreifung 1933
Bereits seit Beginn der 1930er-Jahre radikalisiert sich das bürgerliche Lager angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage Österreichs zusehends. Es gibt der umfassenden Sozialgesetzgebung der sozialdemokratischen Vorgängerregierung unter Karl Renner die Schuld an der wirtschaftlichen Misere und möchte viele Errungenschaften wieder rückgängig machen. Auch aus Angst vor einer möglichen linken Revo
Von der Opferthese zur Erinnerungskultur
In der Moskauer Deklaration vom Oktober 1943 einigen sich die Alliierten darauf, dass Österreich als erstes Opfer Nazi-Deutschlands zu betrachten sei – eine Sichtweise, die sich die heimische Politik in der Folge gerne zu eigen macht. Doch bereits ab den 1960er Jahren gibt es einzelne Stimmen, die auf die verzerrte Sicht Österreichs auf diese Zeit aufmerksam machen. Trotzdem dauert es noch bis zum
Simon Wiesenthal
Als Überlebender des Holocaust liest Simon Wiesenthal nach dem Krieg in einer Werbeanzeige von einem "Elektrogeschäft Eichmann" - er wird hellhörig. Adolf Eichmann, der an einer Schaltstelle des Dritten Reichs für die Ermordung von rund sechs Millionen Menschen mitverantwortlich war, wird schließlich in Argentinien aufgespürt, in Israel verurteilt und hingerichtet. Die Ausforschung von NS-Tätern w
Der Schwund des Willens – Die Ahndung von NS-Verbrechen
Moderatorin Mariella Gittler spricht mit Historikerin Claudia Kuretsidis-Haider darüber, warum Österreich schon ab den späten 1940er-Jahren den Willen zur Ahndung von NS-Verbrechen zunehmend verlor. Der Kalte Krieg, politische Amnestien und die schnelle Reintegration ehemaliger Nationalsozialisten bremsten die Justiz – bis die Volksgerichte 1955 endgültig abgeschafft wurden und nur noch wenige Ver
Die Mühlen der Nachkriegsjustiz
Am 8.Mai 1945 kapituliert die deutsche Wehrmacht und am selben Tag erlässt die provisorische Regierung in Wien das Verbotsgesetz - das Kriegsverbrechergesetz folgt nur kurz darauf. Umgehend macht sich ein polizeilicher Hilfsdienst auf die Suche nach ehemaligen NS-Tätern und Volksgerichte nehmen ihre Arbeit auf. In den folgenden Jahren werden 23 000 Urteile gefällt und 30 Todesurteile vollstreckt.
Der zerrissene Jörg Haider
Eigentlich wollte er ja Schauspieler werden aber seine Bühne fand er stattdessen in der Politik. Zeithistoriker Prof. Oliver Rathkolb beschreibt im Gespräch mit Mariella Gittler die Hintergründe und die Gedankenwelt des Skandal-Politikers schlechthin – Jörg Haider.
Korruption made in Austria
Mariela Gittler spricht mit Historiker Oliver Rathkolb über die größten Korruptionsaffären der Zweiten Republik – vom Missbrauch der Marshallplan-Gelder über den Gewerkschaftsskandal rund um Franz Olah bis zum berüchtigten Club 45 um Udo Proksch. Eine Folge über Machtmissbrauch, politische Verflechtungen und den langen Schatten der Korruption in Österreich.
Die Ära Kreisky
Was macht Bruno Kreisky zum Mythos? Kreisky war in vielerlei Hinsicht ein Widerspruch in sich selbst - und genau das macht ihn in den Augen seiner Zeitgenossen so interessant. Ein Sozialist mit einer ausgeprägten Bewunderung für die k.u.k. Monarchie, ein Bürgersohn in den Reihen der Arbeiterjugend und ein Opfer des NS-Terrors, der ehemalige Nationalsozialisten öffentlich in Schutz nimmt? Historike
Die archivarische Katastrophe
Was wird aus Geschichte, wenn alles digital ist – und vieles schon wieder verschwindet?In dieser Folge von „Österreich – die ganze Geschichte“ spricht Mariela Gittler mit dem Historiker Oliver Rathkolb über die Zukunft der Zeitgeschichteforschung. Zwischen Fake News, KI-generierten Texten und einer drohenden „archivarischen Katastrophe“ stellt sich die Frage: Wie schreibt man Geschichte, wenn die
Wie entsteht Geschichte?
Mariella Gittler spricht mit Oliver Rathkolb, einem der bekanntesten Zeitgeschichtler Österreichs, über den langen Atem der Vergangenheit. Über Lehrer, die das Denken öffnen. Über die Freiheit im Forschen. Und über die Rückkehr der Angst in einer globalisierten Welt. Ein Gespräch über die Arbeit eines Historikers, den Wert von interaktivem Unterricht, die Verantwortung der Geschichtswissenschaft –
Auf der Flucht – Migration in und aus Österreich
Flucht, Vertreibung und Neubeginn: Diese Folge von "Österreich, die ganze Geschichte" erzählt von der Migration während und nach dem Zweiten Weltkrieg – vom „Brain Drain“ vertriebener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Zwangsarbeit und Displaced Persons bis zur Rückkehr jüdischer Emigrantinnen und Emigranten. Auch die Ungarnkrise von 1956 sowie die Ankunft der ersten Gastarbeiterinnen u
Schweigen, Streit, Stolpersteine
Wie ging Österreich nach 1945 mit seiner NS-Vergangenheit um? Vom Mythos des „ersten Opfers“ über das lange Schweigen bis zur Waldheim-Affäre und den heutigen Formen der Erinnerungskultur. Prof. Dr. Barbara Stelzel-Marx erklärt im Gespräch mit Mariella Gittler, wie sich Österreichs Gedenken entwickelt hat – von Entnazifizierung, Familienerinnerungen und Schulunterricht bis zu Stolpersteinen, Straß
Schicksal Besatzungskind
Nach dem Krieg müssen Kinder oft große Anpassungsfähigkeit beweisen. Tausende sind das Produkt einer freiwilligen, häufig aber auch unfreiwilligen Verbindung einer Österreicherin, mit einem Besatzungssoldaten. Diese Besatzungskinder sind in vielen Fällen Opfer von Diskriminierung und oft ein Leben lang auf der Suche nach den eigenen Wurzeln. Mariella Gittler im Gespräch mit Professorin Barbara Ste
Kinder des Krieges
Im Zweiten Weltkrieg wächst eine Generation heran, die früh auf den Willen Hitlers eingeschworen wird. Wer nicht zur Volksgemeinschaft gehört bleibt ausgeschlossen, oder wird verfolgt. Mariella Gittler im Gespräch mit der Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung, Professorin Barbara Stelzl-Marx. Was bedeutet es im Krieg Kind zu sein?
Roter Bär trifft Alpenrepublik
Vom Zarenreich über die Sowjetunion bis ins heutige Russland – die Beziehungen zwischen Wien und Moskau sind von Machtpolitik, Ideologie und pragmatischen Bündnissen geprägt. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über entscheidende Wendepunkte dieser langen Geschichte: vom Ersten Weltkrieg und der Revolution 1917 über die Rolle der Roten Armee in der Befreiung Wiens 1945 bis zu Neutralität, Han
Der lange Weg zum Staatsvertrag
1955 endet eine Ära der Besatzung: Mit der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags in Wien verlässt das Land den Brennpunkt der Supermächte und betritt die Bühne als neutrale Republik. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen, die Rolle der Alliierten und die diplomatischen Manöver, die Österreichs Souveränität möglich machten. Wie gela
Gleichgewicht des Schreckens – Das Ende des Kalten Kriegs
Die Welt lebt im Schatten atomarer Zerstörung – und doch verändert sich das Kräfteverhältnis zwischen Ost und West. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über die zweite Hälfte des Kalten Kriegs: von der Kuba-Krise und dem atomaren Gleichgewicht des Schreckens über Entspannungspolitik und neue Rüstungswettläufe bis zu den Konflikten in Afghanistan und Mittelamerika. Wie verschoben sich die glob
Geteilte Welt – Die Anfänge des Kalten Kriegs
In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg formt sich eine neue Weltordnung – und mit ihr ein gefährlicher Machtkampf zwischen den USA und der Sowjetunion. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über die globale Dimension des Kalten Kriegs: vom Korea-Krieg als erstem großen Stellvertreterkonflikt bis zu den Weichenstellungen, die später den Vietnamkrieg möglich machten. Wie prägten Blockbil
Hunger, Überfluss, Identität – Österreichs Ernährungsgeschichte
Diese Episode zeichnet die Geschichte der Ernährung in Österreich nach: von der höfischen Überfülle bis zur Mangelwirtschaft der Weltkriege, von bäuerlichen Essgewohnheiten bis zur heutigen Überflussgesellschaft. Eine kulinarische Zeitreise durch soziale Unterschiede, historische Krisen – und kulturellen Wandel. Es sprechen Sabrina Peer und Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker
Kriegsware und Superfood – Das doppelte Gesicht der Sojabohne
Heute ist sie allgegenwärtig: im Tofu, im Tierfutter, im Bioladen. Doch die Sojabohne hat eine lange, überraschend politische Geschichte – auch in Österreich. Diese Folge verfolgt ihren Weg von der Weltausstellung in Wien 1873 über ihre strategische Rolle im Zweiten Weltkrieg bis zum globalen Siegeszug im 20. und 21. Jahrhundert. Wie wurde Soja vom Agrar-Experiment zur globalen Schlüsselressource?
Zwischen Schuld und Schilling – Die Wirtschaft nach 1945
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt in Österreich der wirtschaftliche Wiederaufbau – doch unter der Oberfläche des sogenannten „Wirtschaftswunders“ wirken alte Strukturen weiter. Diese Folge beleuchtet, wie sehr die österreichische Wirtschaft der Zweiten Republik vom Erbe des Nationalsozialismus profitierte. Darüber spricht Sabrina Peer mit Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialh
Land der Äcker – Bauern und Eigentum in Österreich
In dieser Folge von „Österreich – Die ganze Geschichte“ spricht Sabrina Peer mit Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Johannes Kepler Universität Linz, über die bewegte Geschichte des österreichischen Bodens. Wann wurde Landbesitz überhaupt möglich? Welche Rolle spielte die Revolution von 1848? Und warum spiegelt sich die bäuerliche Identität sogar in der Bundeshymne un
HIV in Österreich: Geschichte und Kampf
In dieser Folge blicken wir zurück auf die Anfänge und den Verlauf der HIV-Epidemie in Österreich. Mariella Gittler spricht mit der Wissenschaftshistorikerin Dr. Daniela Angetta-Pfeiffer über die ersten Fälle in den 1980er Jahren, die damalige Angst und Stigmatisierung, die medizinischen Fortschritte bis hin zu modernen Therapien sowie den gesellschaftlichen Umgang mit der Krankheit. Von den große
Hakenkreuz & Hypokrates – Medizin in der NS-Zeit
Was passiert, wenn Medizin ihre Menschlichkeit verliert? In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die dunkle Geschichte der Wiener Medizin im Nationalsozialismus. Wir sprechen über Ärzte, die nicht mehr heilten, sondern ausgrenzten – und über eine Wissenschaft, die sich für Rassenwahn und Ideologie einspannen ließ. Warum machten so viele mit? Was geschah mit den Opfern – und was mit den Tätern n
Nobelpreise: Glanz und Schatten in Österreich
Der Nobelpreis ist wohl der renommierteste aller wissenschaftlichen Ehrungen. Von Alfred Nobels Testament, das die Auszeichnung ins Leben rief, bis zu den österreichischen Forschern, die den Preis knapp verpasst haben oder ihn zu Unrecht nie bekommen haben. Wir hören von berühmten Namen wie Adolf Lorenz, der mit seiner orthopädischen Arbeit vielen Kindern half, aber keinen Nobelpreis bekam – währe
Von Wunderheilern und Wissenschaftern – Medizin made in Austria
In dieser Episode von „Österreich – Die ganze Geschichte“ tauchen wir ab in die medizinische Hochblüte Wiens im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Historikerin Dr. Daniela Angetter-Pfeiffer erzählt uns, wie Pioniere wie Karl Rokitansky, Josef Skoda oder Ignaz Semmelweis Wien zum „Mekka der Medizin“ machten – von Obduktionen und Hygienerevolution bis hin zur Geburtshygiene. Eine faszinierende Reise du
„Das flimmerte Kastl“
Dieses Jahr feiert das österreichische Fernsehen sein 70 jähriges Bestehen. Es war das Jahr 1955 – mit dem Staatsvertrag erhält Österreich seine volle Souveränität zurück, der erste Sissi Film mit Romy Schneider erstürmt die Kinos und das Fernsehen hält Einzug in die österreichischen Haushalte. Eine folgenschwere Entwicklung, denn damit beginnt der Aufstieg dieses, noch jungen Mediums, das bald da
Fantasiewelt und Märchenfilm nach 1945
Märchenlandschaften, anständige Mäderl und herzige Lieder - der Nachkriegsfilm in Österreich ist bestimmt vom Eskapismus. Der heimische Film, kontrolliert und beeinflusst durch die alliierte Besatzung und die Flucht vor der eigenen Kriegsvergangenheit ist außerdem eines: vergleichsweise billig. Ein Umstand, der dazu führe, dass auch deutsche Produktionen vermehrt in Österreich gedreht werden. In d
Im Westen nichts Neues… außer Propaganda
Untrennbar verbunden mit dem Entstehen von neuen Medien wie Film oder Radio steht Anfang des 20. Jahrhunderts ihr Einsatz für Propagandazwecke. Ob im Ersten Weltkrieg, unter dem diktatorisch regierenden Bundeskanzler Engelbert Dollfuß oder im NS-Regime, Medien wurden auf unterschiedliche Art und Weise als Propagandamittel verwendet. Mariella Gittler unterhält sich mit Medienhistorikerin Karin Mose
Land der Berge, Land der Filme (Teil 2)
Der österreichische Film ist Ausdruck der österreichischen Seele. Im zweiten Teil der Doppelfolge begeben sich Mariella Gittler und Medienhistorikerin Karin Moser auf die Suche nach den identitätsstiftenden Neuerungen in Film und Kino. Der Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm bringt einen Umbruch. Die Karriere der berühmten Schauspielerin Pola Negri war zum Beispiel zu Ende, denn plötzlich hörte man ihr
Land der Berge, Land der Filme (Teil 1)
Der österreichische Film prägt die österreichische Seele und drückt sie umgekehrt aus. Mariella Gittler macht sich mit Medienhistorikerin Karin Moser auf eine Spurensuche nach den Anfängen des Kinos und beleuchtet ihren Einfluss auf die österreichische Gesellschaft. Der erste Teil widmet sich dem Entstehen des Films, seinen Frühformen, den Ideen und der Angst die er auslöste.
Die Kirche und der Nationalsozialismus
Der "Anschluss" Österreichs an Nazideutschland versetzte auch die Kirche in Alarmbereitschaft. Wie sollte sie sich dem neuen Regime gegenüber positionieren? Den Weg den sie wählte blieb auch in den eigenen Reihen nicht unumstritten. Marielle Gittler unterhält sich darüber mit Rupert Klieber, Dozent für Kirchengeschichte an der Universität Wien.
Kirche im Jahrhundert der Umbrüche
Mit 4,6 Millionen Mitgliederinnen und Mitgliedern ist die katholische Kirche die größte Glaubensgemeinschaft in Österreich. Letzte Woche ist ihr Religionsoberhaupt, Papst Franziskus im Alter von 88 Jahren verstorben. Ein Anlass, um einen Blick auf ihre jüngere Geschichte zu werfen. Wie agierte die katholische Kirche im, nicht gerade ereignisarmen 20. Jahrhundert in Österreich? Marielle Gittler unt
1945 Niemandsland
1945 - Der Zweite Weltkrieg hat Österreich erreicht. Der Stephansdom brennt, das Land ist von den Alliierten besetzt. Die Schreckenstaten der Nationalsozialistinnen und -sozialisten lassen sich nach der Befreiung der Konzentrationslager nicht mehr leugnen. Wie erlebte die österreichische Bevölkerung, die sowohl aus Tätern wie aus Opfern bestand, dieses Jahr der Ungewissheit? Darüber unterhält sich
Die „dunklen Jahre“ 1938-1945
Es ist eine Zeit die manche gerne vergessen hätten. Am 11. März 1938 ging die Sonne über der Republik Österreich unter, am nächsten Morgen existierte dieser Staat nicht mehr. Danach war Österreich Teil von Hitlers Drittem reich geworden. Zum Leid und zur Freude von vielen. Was diese Zeit für die Identität Österreichs bedeutete bespricht Mariella Gittler in dieser Folge mit Historiker Kurt Bauer.
Person und Mythos Engelbert Dollfuß
"Wenn Sie streiten wollen - reden Sie über Dollfuß!". 1934 geschah ein Mord im Bundeskanzleramt. Sein Opfer? Niemand geringerer als das Staatsoberhaupt Österreichs - Engelbert Dollfuß. Er regierte Österreich lediglich zwei Jahre lang als Bundeskanzler. Noch demokratisch gewählt nutzte Dollfuß eine Geschäftsordnungskrise bei der Nationalratssitzung vom 4. März 1933 zu einem Staatsstreich. Nach der
Der blutige Februar `34
Vom 12. bis zum 15. Februar 1934 floss in Österreich Blut. Der österreichische Bürgerkrieg forderte hunderte Tote, doch kann man überhaupt von einem "Bürgerkrieg" sprechen? Wie kam es soweit, wer kämpfte gegeneinander und was hatte Mussolini damit zu tun? Mariella Gittler unterhält sich über diese folgenschweren Tage mit dem Historiker vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung Kurt B
Ein Heer für Österreich
Als der österreichische Staatsvertrag mit den alliierten Besatzungsächten verhandelt wurde war die Neutralität ein Schlüsselthema. Österreich ist neutral, bei keinem Militärbündnis, und muss daher in der Lage sein, seine Bevölkerung und kritische Infrastruktur selbstständig zu schützen. Ein Jahr später, während der Ungarn-Krise, kommt das junge Heer gleich zu seinem ersten Einsatz. Wie das Heer en
"Ich habe nur Befehle befolgt"
Ab wann wurden eigentlich so etwas wie „Kriegsverbrechen“ definiert? Wie ist die Rechtslage zu Angriffskriegen, was sind "Fliegermorde" und wie schlagkräftig ist das internationale Völkerrecht heute noch? Diese Fragen bespricht Mariella Gittler mit dem Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums Georg Hoffmann.
Der moderne Massenkrieg
Wie unterscheidet sich die Kriegsführung des 20. Jahrhunderts zu der von davor? Welche Waffen und technische Innovationen veränderten den Krieg über die Jahrhunderte, woher stammen eigentlich die Begriffe "Alter Schwede" oder "von der Pieke auf" und welche Rolle spielten Drogen im Krieg? Mariella Gittler unterhält sich darüber mit dem Milizoffizier und Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums Ge
Krieg als Innovationsmotor
Not macht bekanntlich erfinderisch. Der Reißverschluss, die Armbanduhr, der Teebeutel, die Wachsjacke, das Telefon, das Radio oder die Luftfahrt - das alles sind Innovationen, die heute überall zu finden sind, die allerdings für oder während eines Krieges entwickelt wurden. Während die Gräuel und Opfer des Krieges berechtigterweise die Gedenkkultur prägen gibt es auch weniger bekannte „Zeugnisse“
Die Entwicklung des Luftkriegs
1903 erhob sich das erste Flugzeug mit Motorantrieb für wenige Sekunden in die Lüfte, nur 11 Jahre später mit Beginn des Ersten Weltkrieges standen sich die ersten Luftstreitkräfte der Geschichte gegenüber, dessen technologische Entwicklungen und gewonnenen Erfahrungen den Luftkrieg entscheidend prägen sollten. Mariella Gittler unterhält sich darüber mit dem Milizoffizier und Direktor des Heeresge
Die Stunde Null der Zweiten Republik
Was ist am 27. April 1945 tatsächlich passiert? Noch ist der Zweite Weltkrieg nicht zu Ende. 80 000 Wohnungen wurden in Wien zerstört, das Stromnetz fällt zusammen, noch ist das Konzentrationslager Mauthausen nicht befreit und in den Bundesländern wird sogar noch gekämpft als eine kleine Gruppe Österreich für unabhängig erklärt und den "Anschluss" ans Dritte Reich für null und nichtig. Es ist ein
Braindrain – Aderlass an Intelligenz
Der Aderlass an Intelligenz, Kunst und Wissenschaft. Ende des 19. Jahrhunderts ist Wien ein intellektuelles Zentrum. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebt Österreich eine zunehmende Schwächung des Forschungs- und Bildungsstandortes. Einfluss darauf könnte die Debatte zur Lebensfähigkeit des Nachfolgestaates der Doppelmonarchie gehabt haben. Mariella Gittler spricht mit Historiker Hannes Leidinger über
"Armenhaus" Österreich
Nach dem Ersten Weltkrieg herrscht bitterer Hunger in Österreich. Die Erste Republik hat mit Inflation, Massenarbeitslosigkeit und Seuchen zu kämpfen. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise ab 1928 verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage erneut und auch der Zerfall der Großreiche führt zu Krisen die nicht nur Österreich sondern ganz Europa betreffen. Mariella Gittler unterhält sich mit Historiker H
Furcht vor der roten Revolution
Man hat Angst vor einem Lenin "der kommt und einem alles wegnehmen wird". Die Zwischenkriegszeit ist geprägt von Angst vor dem Unbekannten. Die alte Ordnung der Monarchie ist untergegangen und an ihre Stelle könnten nun verschiedene Ideologien treten. Österreich ist gefangen zwischen Kommunismus, Faschismus und Demokratie. Mariella Gittler unterhält sich mit Historiker Hannes Leidinger vom Zeitges
Der Anfang des Untergangs
Eine polarisierte Gesellschaft, eine Regierung die sich kaum auf etwas einigen kann. Der Kaiser ist weg, Österreich als kleiner „Rest“ vom ehemaligen Großreich wird von seiner Bevölkerung als nicht lebensfähig erachtet. Die Erste Republik Österreich hat wirklich keinen leichten Start. Doch passiert hier auch viel Gutes. Erstmals dürfen Frauen wählen, Arbeitende bekommen mehr Rechte und die ersten
Video killed the Radiostar
Am Anfang des Fernsehens hatte man es schwer genug Programm zu finden. So kamen kuriose Vorschläge wie „Wellensittich lernt Sprechen“ auf den Tisch. Während für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts Radio und Kino den Markt bestimmten kam im August 1955 mit dem Fernsehen ein Medium in die österreichischen Wohnzimmer, dass bald das Rennen für sich zu entscheiden schien. Vor allem Großereignisse wie
Krieg und Propaganda
Das sich anfangs als unpolitisch verstehende Medium des Rundfunks wird im Laufe der 1930er Jahre zum Massenmedium und Propagandainstrument. Es wird zum Medium mit dem zum Vok gesprochen wird. Insbesondere im Zweiten Weltkrieg werden die neuen Medien als Waffe eingesetzt. Mariella Gittler unterhält sich darüber mit dem Kommunikationswissenschaftler und Medienexperten Wolfgang Pensold.
Der Beginn des Rundfunks
Am Anfang des Fernsehens stand das Radio und der Anfang des Radios fand in einem, sehr kleinen Zimmer statt. Das Programm war live, hineingepasst hat höchstens ein Streichquartett. Und obwohl die Regierung plante, eine Art Volkshochschule für zuhause zu starten verlangte das Publikum, dass sich ein Radiogerät leisten konnte Unterhaltung. Aber die Popularität des Radioprogramms führte schon bald zu
Hollywood in Wien
Mit der neuesten Folge unseres Podcast kommen wir im 20. Jahrhundert an. Mariella Gittler unterhält sich in den nächsten vier Folgen mit dem Kommunikationswissenschaftler und Medienhistoriker Wolfgang Pensold. Anfang des 20. Jahrhundert tauchen neue Medien wie Radio, Film und Kino in Österreich und der Welt auf. Sehr zum Nachteil der Zeitungen, die langsam ihr Monopol verlieren. Erste Filmstudios
Alles Walzer
Im Fasching kann es im 18. Jahrhundert noch brutal zugehen – getanzt und gefeiert wird auf offener Straße, immer wieder gibt es Verletzte und auch Tote. Daher holt man die närrische Zeit in die neu gebauten Ballsäle. Die Eliten tanzen noch lange Zeit die nahezu kontaktlosen Tänze wie Menuett oder Polonaise. Der Walzer, bei dem man sich eng am Körper hält und schwitzt, gilt zunächst als verpönter T
Gesprengte Korsetts
Das Korsett gilt heute als die ultimative modische Verirrung. Von früher Jugend an beginnt es, den weiblichen Körper zu verformen. Wer es konsequent trägt – und so ist es die Regel – nimmt die Verschiebung innerer Organe in Kauf. Generell ist weibliche Mode oft darauf ausgerichtet, Frauen zu demobilisieren: seien es die weit ausladenden Röcke oder die zu engen Kleider, beide dazu angetan, jeden fr
Sexualität, Prostitution und Pornographie
Sex hat im 19. Jahrhundert wenig Beglückendes, vor allem der eheliche - nicht umsonst fällt er in die Kategorie „eheliche Pflichten“. Frauen waren selten aufgeklärt, die Hochzeitsnacht empfanden viele als Vergewaltigung. In Arbeiterhaushalten, die oft nur ein Zimmer für die ganze Familie hatten, fand der elterliche Sex im Beisein der Kinder statt, Geburten ebenso. In höheren Kreisen wurden Bräute
Zweck-Ehen
Geheiratet wird im 19. Jahrhundert zuallererst aus wirtschaftlichen Gründen. Die Liebes-Heirat ergibt sich damals allenfalls als zufälliges Nebenprodukt. Die Braut in Weiß geht auf die Hochzeit von Königin Victoria zurück, erst seit damals gilt Weiß als Farbe der Wahl bei solchen Anlässen. Auch das gemeinsame Bett für Eheleute sucht man damals noch vergebens, geschlafen wird bei denen, die es sich
Wien und die Einwanderung
Kaum eine Metropole ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so attraktiv für Zuwanderung wie die Kaiserstadt Wien. Auf dem Land können viele Menschen von der Landwirtschaft nicht mehr leben. Zahlreiche Bauprojekte und eine große Dynamik in Wien versprechen dagegen Abhilfe von der Arbeitslosigkeit. Die Eisenbahn bringt einen rasch nach Wien, hier sind schnell Jobs verfügbar, wenn auch prekär
Die Erfindung des Umweltschutzes
Als es dem Wienerwald an den Kragen geht, erwächst in Österreich die erste Graswurzelbewegung. Der Journalist Josef Schöffel deckte auf, dass die Grün-Oase wirtschaftlichen Interessen geopfert werden sollte, und kämpfte mit einer Medienkampagne erfolgreich dagegen an. Schon im 19. Jahrhundert war den Menschen nicht nur der Wert der freien Natur bewusst, sie kannten auch die Bedeutung des Waldes al











