
Aufnahmebereit
„Aufnahmebereit“ ist eine Sendung für Ankommende und Aufnehmende in der modernen Migrationsgesellschaft. Host Judith Kohlenberger, Migrationsforscherin an der WU Wien, spricht alle zwei Wochen über Migration, Flucht, Integration und Zugehörigkeit. Dazu lädt sie Gäste aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft ein. Die Sendung entsteht in Kooperation mit „Courage 2030 – Allianz für Flucht und Vernunft“.
Folgen

#86 Warum Österreich einen anderen Migrationsdiskurs braucht - Diskussion bei der FORM-Eröffnungskonferenz
Mitschnitt einer Podiumsdiskussion aus Anlass der Eröffnung des Forschungsinstituts für Migrations- und Fluchtforschung und -management (FORM) an der WU Wien. Auf dem Podium zu hören sind AMS-Chef Johannes Kopf, ÖBB-Finanzvorständin Sivia Angelo, Gertrude Schatzdorfer-Wölfel, bis vor kurzem Alleineigentümerin und geschäftsführende Gesellschafterin des Metallzulieferer-Betriebs Schatzdorfer in Zipf

#85 Migrantisches Gold?! Zum Mismatch zwischen Migrationsbedarfen und Migrationsabwehr - Live-Mitschnitt der Keynote
Im Rahmen der Eröffnung des Forschungsinstituts für Migrations- und Fluchtforschung und -management (FORM) spricht Migrationsforscherin Naika Foroutan, Direktorin des Deutschen Instituts für Migrations. und Integrationsforschung (DeZIM) und Professorin an der Humboldt Universität zu Berlin, über Widersprüche der migrationspolitischen Steuerung in Zeiten des demografischen Wandels - und über die Ro

#84 Wann scheitert (und gelingt) Arbeitsmarktintegration, Almina Bešić?
Wenn von “Integration” die Rede ist, ist damit meist Arbeitsmarktsintegration gemeint. Doch wie funktioniert diese für geflüchtete Männer und Frauen wirklich? Was unterscheidet (oder verbindet) die Jobsuche von niedrig qualifizierten Geflüchteten von jenen mit universitärem Abschluss? Und wie lässt sich Arbeit nicht nur finden, sondern auch halten? Das alles und noch mehr bespreche ich mit Almina

#83 Was lehrt uns das WU-Gedenkprojekt über Ausgrenzung und Vertreibung, Johannes Koll?
Mit Historiker und Senior Scientist Johannes Koll spreche ich über das Gedenkprojekt der WU Wien, im Rahmen dessen die Vertreibung jüdischer Wissenschaftler und Studierender von der Hochschule für Welthandel, der Vorläuferinstitution der WU, während der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet wurde. Wir besprechen Opfer- und Tätergeschichten, etwa jene der Brüder Eder, und historische (Dis-)Kon

#82 Was bringt Rassismusprävention überhaupt noch, Melinda Tamás?
Welchen Effekt können Antidiskriminierungsworkshops in einer Welt des salonfähigen Rassismus und des Aufstiegs autoritärer Regime überhaupt noch haben? Und ist es um unsere Schulen wirklich so schlimm bestellt, wie die politmediale Debatte manchmal suggeriert? Bildungswissenschaftlerin und Menschenrechtskonsulentin Melinda Tamás, selbst als Kind aus der rumänischen Diktatur nach Österreich geflüch

#81 Was bedeutet Demokratie? - Crossover-Folge mit dem Frauenmuseum Hittisau
In dieser Crossover-Folge mit dem Podcast „Frau Hittisau“ des Frauenmuseums im vorarlbergerischen Hittisau spreche ich mit Host Nora Drissner über Ein- und Ausschlussmechanismen in der Demokratie. Wir widmen uns dem vielzitierten „Wir-Gefühl“ und seiner politischen Instrumentalisierung und gehen der großen Frage nach, ob sich in einer Welt der Aufrüstung überhaupt noch Friedensprozesse gestalten l

#80 Was treibt migrantische Unternehmer:innen an, Nadine Thielemann?
Migrantische Unternehmer:innen aus dem Balkan prägen seit vielen Jahren das Wiener Stadtbild. Im Gastro-Bereich tragen sie zur kulinarischen Vielfalt der Stadt bei und haben sich als wesentliche wirtschaftliche Akteure etabliert. Doch wie geht es ihnen als Projektionsfläche oftmals widersprüchlicher Integrationserwartungen und wie navigieren sie zwischen unterschiedlichen (Küchen-)Kulturen? Nadine

#79 (Warum) Ist Religion ein Migrationsthema, Astrid Mattes?
Religion und Migration sind zwei Begriffe, die in der politischen Debatte kaum mehr voneinander zu trennen scheinen.

#78 How should researchers communicate on migration, Jesus Crespo?
Jesús Crespo Cuaresma, Professor of Marcoeconomics at WU Vienna, who has published extensively on climate-conflict migration, shares his decades-long insight into migration research and science communication: What works, what doesn’t work, and where researchers’ responsibility for how their research is publicly and politically received ends. We also explore Jesus’ own experience as a migrant in Au

#77 Wie wirkt sich die Klimakrise auf Migration aus, Roman Hoffmann?
Mit Roman Hoffmann, Sozialwissenschaftler am International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg und Leiter der Forschungsgruppe “Migration and Sustainable Development”, spreche ich über Fakten und Mythen der klimabedingten Mobilität, warum sie so schwer zu messen ist und was Politik und Öffentlichkeit jetzt tun sollten, um sich auf kommende Auswirkungen klimatischer Veränder

#76 What do we all get wrong about migration, Milda Zilinskaite?
In this episode, I am hosting Milda Žilinskaitė, Senior Scientist and Director at WU Vienna's STaR Competence Center, to mythbust persistent migration narratives. We explore why migration myths endure despite contrary evidence, what the role of academia is for countering them, and how migration can be reframed through emotional, human-centered approaches and direct encounters. And Milda shares h

#75 Kommt jetzt eine Fluchtbewegung aus Venezuela auf uns zu, Christian Cwik?
Werden Exil-Venezolaner:innen nun, wie von Präsident Trump vorhergesagt, in Scharen in ihr Land zurückkehren, um am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben zu können, oder aber droht ein neuer Exodus politischer verfolgter und wirtschaftlich desillusionierter Menschen, weil das Regime, gestützt durch die USA, nun noch repressiver werden könnte? Und wie sind die Freudentänze der venezolanischen Diasp

#74 Was ist eigentlich Integration, Birgit Glorius?
Die Integrationsdebatte ist in weiten Teilen eine Assimilationsdebatte, sagt Birgit Glorius, Professorin für Humangeographie mit dem Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung an der Technischen Universität Chemnitz. Welche Zugänge zu Integration und Teilhabe es stattdessen bräuchte und warum manche Integrationsanliegen in der Stadt, andere am Land besser funktionieren, besprechen wir in dieser F

#73 Migrationspolitischer Rückblick und Ausblick - Cross-Over Folge mit Ralph Janiks “Recht Politisch”
Am Ende dieses ereignisreichen Jahres hat mich Ralph Janik in seinen Podcast “Recht Politisch” eingeladen, um gemeinsam auf 2025 zurückzublicken. Das Jahr wurde vom 10-jährigen Jubiläum des “Langen Sommers der Migration” 2015 beherrscht, aber auch von einer immer hitziger geführten Migrationsdebatte über Sozialleistungen an Geflüchtete, Kriminalitätsstatistik und Rückführungen nach Syrien und Afgh

#72 Dirk Rupnow - Geschichte & Erinnerung der Migration
Was war zuerst, Europa oder die Migration? Mit Dirk Rupnow, Historiker an der Universität Innsbruck, spreche ich über Migrationsgeschichte und -erinnerung, warum manche Leben mehr “erinnerbar” sind als andere und welche Funktion Denkmäler im viel zitierten “Stadtbild” einer Migrationsgesellschaft erfüllen.

#71 "Migrationspanik" - live aus dem Wien Museum am 25.9.
Live-Aufzeichnung der Erstpräsentation von “Migrationspanik: Wie Abschottungspolitik die autoritäre Wende befördert” von Judith Kohlenberger, im Gespräch mit dem Direktor des Wien Museums, Matti Bunzl. Ein Gespräch über Zugehörigkeit und Abgrenzung, Integrationsparadox und Überfremdungsgefühle, Demokratie und Autoritarismus. Und wie wir es schaffen, mehr Miteinander zu leben, ohne dem Anderen das

#70 Wofür schlägt dein Ostblockherz, Didi Drobna?
In ihrem neuen Buch “Ostblockherz” (erschienen bei Piper) beschreibt die Autorin Didi Drobna ihr kompliziertes Verhältnis zum Vater, der schwer erkrankt ist. Er spricht noch immer kaum Deutsch, sie selbst kaum noch Slowakisch. Sprachlosigkeit und Schweigen, Heimat- und Statusverlust sind nur einige Themen, die sich durch das Buch ziehen und damit die Erfahrung vieler Menschen in Österreich beschr

#69 Wie Integration gelingt - 30 Jahre Integrationshaus Wien - mit Martin Wurzenrainer und Andrea Eraslan-Weninger
1995 wurde das Integrationshaus unter der Schirmherrschaft von Willi Resetarits aka Ostbahnkurti gegründet. Seitdem haben haupt- und ehrenamtliche Helfer:innen mehr als 80.000 Menschen beim Ankommen in Österreich begleitet. Mit Andrea Eraslan-Weninger, die 26 Jahre an der Spitze stand, und Martin Wurzenrainer, dem aktuellen Ko-Geschäftsführer, spreche ich über vergangene und aktuelle Herausforderu

#68 Wie wird man ein Lipizzaner, Olga Kosanović?
Der Weg zur österreichischen Staatsbürgerschaft ist nicht nur lang und beschwerlich, sondern auch von zahlreichen absurd anmutenden Hürden gesäumt. Wie absurd, das zeichnet die Regisseurin Olga Kosanović in ihrer vielbeachteten Dokumentation “Noch lange keine Lipizzaner" nach. Warum das so ist, wie man das ändern kann und was die bekannten österreichischen Schimmel damit zu tun haben, besprechen w

#67 Wie hast du es 2015 geschafft, Moatasem Althafea?
Moatasem Althafea ist im langen Sommer der Migration im Jahr 2015 aus dem Irak nach Österreich geflüchtet. Mittlerweile arbeitet er als Berater beim Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und studiert berufsbegleitend Soziale Arbeit an der FH Wien, wo er bald seinen Abschluss machen wird. Er ist somit eine der vielen kleinen Erfolgsgeschichten des Fluchtherbsts 2015. Wie er es geschafft hat, wer

#66 Sommer-Sonderfolge: Umbau des Rechtsstaats von rechts - Live aus dem Hebbel am Ufer in Berlin
Aufzeichnung aus der Diskursreihe „On Justice“, die im Berliner Theater Hebbel am Ufer in Kooperation mit dem European Center for Constitutional and Human Rights (kurz ECCHR) stattfindet. Die Ausgabe „Umbau des Rechtsstaats von rechts“ beleuchtet, wie rechte Akteure den Rechtsstaat umdeuten und für ihre Zwecke instrumentalisieren. Gemeinsam mit mir auf der Bühne in Berlin diskutieren Maximilian S

#65 Was ist das Bevölkerungsargument, Dana Schmalz?
Der demografische Wandel ist nicht nur ein Faktum, sondern wird politisch genutzt und instrumentalisiert: “Zu viel” sind immer die anderen - und die müssen eingedämmt werden. Wie mit dem Verweis auf Bevölkerungswachstum unter anderem Migration kontrolliert und dämonisiert wird, erklärt die Völkerrechtlerin Dana Schmalz, Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völ

#64 Was macht KI im Asylverfahren, Angelika Adensamer?
Künstliche Intelligenz macht auch vor dem sensiblen Asylbereich nicht Halt, im Gegenteil: Oft werden neue Technologien an den Grenzen bzw. an marginalisierten Menschen wie Asylsuchenden ausprobiert, bevor sie breiten Einsatz finden. Wie KI im Asylverfahren für Sprachanalyse, als Lügendetektor und für biometrische Datensammlung verwendet wird und warum das riskant sein kann, erklärt Juristin und Kr

#63 Wie lange wird es Flüchtlingsrechte noch geben, Lukas Gahleitner-Gertz?
Mit Lukas Gahleitner-Gertz, Sprecher der Asylkoordination Österreich und einer der bekanntesten Asyljuristen des Landes, spreche ich über die großen und besorgniserregenden asylpolitischen Entwicklungen unserer Zeit, von Externalisierung bis Neuinterpretation der EMRK. Was kann man diesem Abwärtstrende und der schleichenden Erosion des Rechts auf Schutz entgegen halten? Und warum klaffen Migration

#62 Welche Rolle spielt Religion in der Radikalisierung Jugendlicher, Nadim Mazarweh?
Wie entsteht islamistische Radikalisierung und welche Anzeichen gibt es, um sie frühzeitig zu erkennen? Das bespreche ich mit Nadim Mazarweh, Politikwissenschaftler und Leiter der Kontaktstelle für Extremismusprävention und Deradikalisierung der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ). Er erklärt mir, warum die Rolle der Religiosität in der Radikalisierung von Jugendlichen oft noch ein

#61 Ist Wien Favoriten besser als sein Ruf, Ivana Cucujkić-Panić und Amar Rajković?
Messerstechereien, No-Go-Area, Bandenkriege – das sind die Überschriften, mit denen Favoriten, der dicht besiedelte und diverse 10. Wiener Gemeindebezirk, gerne versehen wird. Das es aber auch ein Favoriten des bunten und friedlichen Miteinanders gibt, zeigt das Projekt „Community Work“ der Volkshilfe Wien. Projektleiter Amar Rajković und Journalistin Ivana Cucujkić-Panić erzählen, warum jede:r zu

#60 Welche Rolle werden Frauen in Syrien nach Assad spielen, Leila Kayyali?
In der zweiten Folge über Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes spreche ich mit der syrisch-deutschen Politologin Leila Kayyali über die Situation der Frauen im In- und Ausland. Ihre Einbindung in politische Prozesse wird wesentlich sein für die demokratische Entwicklung des Landes, doch derzeit tun sich da noch zahlreiche Hürden auf, die auch mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land zu

#59 Wie sicher ist Syrien, Banan Sakbani und Kotayba Kadri?
Nach dem Machtwechsel im Dezember 2024 ist die Lage in Syrien wirtschaftlich und sicherheitspolitisch angespannt. Die anfängliche Euphorie der Syrer:innen im In- und Ausland ist der Sorge um die Zukunft und um steigende interreligiöse und interethnische Spannungen gewichen. Das Massaker unter Alewiten im März diesen Jahres hat diese noch verschärft, zuletzt wurde aufgrund der unsicheren Lage sogar

#58 Was ist DEI und warum fürchtet Donald Trump sich davor, Susanne Hamscha?
Die US-Regierung unter Donald Trump hat den Kulturkampf ausgerufen. Dazu gehört, dass DEI-Programme (kurz für Diversity, Equity & Inclusion) gestrichen werden und Begriffe, die zu „woke“ klingen (wie „Frauen“ oder „Klimakrise“), aus Regierungsdokumenten verschwinden sollen. Doch was ist DEI eigentlich genau und warum braucht es das? Und was bezwecken Trump, Musk und Co. mit dem Canceln solcher Pro

#57 How can we support Ukraine fighting Europe’s war, Yana Barinova?
In dieser Folge spreche ich mit der ehemaligen Kiewer Kulturstadträtin Yana Barinova, die im Frühling 2022 zu Beginn der russischen Totalinvasion mit ihrer Tochter nach Wien geflüchtet ist. Als Kulturmanagerin ist sie heute darum bemüht, ukrainische Kunstwerke und damit die ukrainische Identität zu schützen und zu bewahren. Wir sprechen über die Zukunft der Ukraine, Kunst während des Krieges und d

#56 Gehen die Gerichte zu weit, Anuscheh Farahat?
Als der EuGH kürzlich in einer Entscheidung feststellte, dass die Einzelfallprüfung bei Asylanträgen von afghanischen Frauen entfallen dürfe, entzündete sich eine hitzige Debatte über die Relevanz und Reichweite europäischer Gerichte. Sie würden „zu weit gehen“, war da vielfach zu hören, und somit effektive Migrationssteuerung verhindern, weil aufgrund ihrer Entscheidungen immer wieder Rückführung

#55 Wohin steuert die deutsche Migrationspolitik, Maximilian Pichl?
Nicht erst seit dem Attentat in Aschaffenburg beherrscht Migration den Wahlkampf in Deutschland. Zuletzt mündete die hitzig geführte Debatte im gescheiterten Versuch der CDU/CSU, das sogenannte „Zustrombegrenzungsgesetz“ im deutschen Bundestag mit den Stimmen der AfD durchzubringen. Mit dem Juristen und Politikwissenschaftler Maximilian Pichl der Hochschule Rhein-Main spreche ich über migrationspo

#54 Sind die Menschenrechte noch zu retten, Manfred Nowak?
Durch den Aufstieg rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien sind Menschenrechte weltweit unter Druck geraten, auch in den liberalen Demokratien Europas. In Österreich will die FPÖ aus der Europäischen Menschenrechtskonvention austreten und das Recht auf Asyl einschränken. Was kann man der autoritären Wende entgegensetzen und wie können zivilisatorische Errungenschaften wie EMRK und die Ge

#53 Wie kann eine politisch linke Position zu Flucht & Vertreibung aussehen, Johannes Siegmund?
In dieser Folge spreche ich mit dem politischen Theoretiker Johannes Siegmund, der an der Universität Wien zu Migration, Flucht und politischer Ökologie forscht. 2024 ist sein neues Buch „Tausend Archen: Flucht als politische Handlung“ im Wagenbach Verlag erschienen. Wir sprechen darüber, wie eine solidarische Praxis mit Flüchtenden aussehen kann, warum die Unterscheidung zwischen „politischen Flü

#52 Warum würde es uns ohne Migration gar nicht geben, Susanne Mauthner-Weber und Hannes Leidinger?
Wie Tiroler Arbeitskräfte nach Peru migrierten, warum die Gletschermumie Ötzi dagegen kein typischer Tiroler war und was wir aus der historischen Migrationsforschung für aktuelle Migrationsdebatten lernen können, bespreche ich mit dem Historiker Hannes Leidinger vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und der vielfach ausgezeichneten Wissenschaftsjournalistin Susanne Mauthner-Weber vo

#51 Wie lässt sich Ausgrenzung überwinden, Omar Khir Alanam?
In dieser Folge treffe ich den aus Damaskus stammenden Autor und Kabarettisten Omar Khir Alanam, der 2014 nach Österreich geflüchtet ist. In seinem neuen Buch "Gspusis, Gspür und wilde Gschichten" erzählt er von seinen Dating-Erfahrungen zwischen den Kulturen. Wir sprechen über das syrische und das österreichische Liebesleben, über Ehre, Respekt und Feminismus, und über die Frage, wie wir in Zeite

#50 Was passiert da gerade mit uns, Cathrin Kahlweit?
Eine gekippte Migrationsdebatte, der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien in ganz Europa, steigende Vermögensungleichheit, postfaktische Diskurse, geopolitische Machtverschiebungen und eine Erosion alter Gewissheiten: Immer heftiger drängt sich der Eindruck auf, dass sich da etwas radikal verschiebt auf unserer Welt. Mit Cathrin Kahlweit, Korrespondentin für die Süddeutsche Zeitung in Wien und z

#49 Wie lassen sich Werte vermitteln, Regina Polak?
Die praktische Theologin Regina Polak, Mitglied des Forschungsverbundes Interdisziplinäre Werteforschung der Universität Wien und Leiterin des Clusters “Migration, Religion und Urbanisierung”, spricht über eine Debatte, die zwar emotional aufgeheizt und politisch aufgeladen ist, aber selten ethisch geführt wird: Was sind eigentlich „unsere Werte“? Und wie, wenn überhaupt, lassen sich diese an neua

#48 Warum wählen die Österreicher:innen Parteien, die Integrationsprobleme nicht lösen, sondern künstlich befeuern, Georg Renner?
Zum Staffelauftakt spricht Judith Kohlenberger mit dem Journalisten Georg Renner, einem der profundesten Beobachter der österreichischen Innenpolitik, zuletzt als Innenpolitik-Ressortleiter der Kleinen Zeitung tätig. In seinem neuen Buch „Die letzten Tage der Zweiten Republik“ (ecoWing 2024) skizziert er einen umfassenden Vertrauensverlust in die Politik, nicht zuletzt aufgrund des Fluchtherbsts 2

#47 Live-Sonderfolge: Buchpräsentation „Grenzen der Gewalt“
In dieser Folge hört ihr einen Mitschnitt der Erstpräsentation meines neuen Essays „Grenzen der Gewalt“, erschienen im Juni 2024 bei Leykam. Live aus dem Innenhof der Buchhandlung o*books im 2. Wiener Gemeindebezirk.
https://www.leykamverlag.at/produkt/grenzen-der-gewalt/
Fragen, Anregungen, Feedback, und Beschwerden an aufnahmebereit@wu.ac.at
X: J_Kohlenberger
Instagram: judithkohlenberger

#46 Solofolge: Was ist feministische Asylpolitik?
Spätestens seit Annalena Baerbock ist das Konzept der feministischen Außenpolitik im Mainstream angekommen, wenn auch noch nicht umgesetzt. Geschlechtergerechtigkeit sollte aber auch in der Asylpolitik ihre Abbildung finden. Wie das in der Praxis aussehen kann und wo es erste Ansätze einer feministischen Asylpolitik, darunter wegweisende Urteile des Europäischen Gerichtshofs, gibt, erfahrt ihr in

#45 Sonderfolge zum Weltflüchtlingstag: Einmal Flüchtling, immer Flüchtling? Über Tokenism, Identität und Freiheit mit Amir Gudarzi
Amir Gudarzi ist Dramatiker und Autor. Er wuchs in Teheran auf, bis er 2009 während der Proteste aufgrund der iranischen Präsidentschaftswahl nach Österreich floh, wo er Asyl erhielt. Seitdem lebt er in Wien und arbeitet an zahlreichen Theatern im deutschsprachigen Raum. In seinem vielbeachteten ersten Roman „Das Ende ist nah“ (2023, dtv) setzt er sich mit der Schwierigkeit des Ankommens, Österrei

#44 Was können wir von tschetschenischen Jugendlichen lernen, Edith Meinhart?
In ihrem neuen Buch „Cop und Che: Wie ein Tschetschene und ein Polizist zu TikTok-Stars wurden“ (Mandelbaum Verlag) erzählt die Journalistin Edith Meinhart die wahre Geschichte der besonderen Freundschaft zwischen Ahmad, einem tschetschenischen Jugendlichen, und Uwe, einem Polizisten aus der Steiermark, der in Wien lebt und arbeitet. Im „Aufnahmebereit“-Gespräch erklärt Meinhart, die für ihre Sozi

#43 60 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei: Hat die österreichische Integrationspolitik dazugelernt, Cengiz Günay?
Im Jahr 1964 schloss Österreich das erste Anwerbeabkommen mit der Türkei, um dringend benötigte Arbeitskräfte, vor allem für Bau und Industrie, ins Land zu holen. Wie es den türkeistämmigen „Gastarbeiter:innen“ in Österreich damals ging, wie (un)dankbar sich die Österreicher:innen für ihre Arbeitskraft zeigten und welche Versäumnisse in der Integrationspolitik uns noch jetzt, 60 Jahre danach, besc

#42 Wieso werden immer mehr religiöse Kultstätten angegriffen, Daniela Pisoiu?
Mit Daniela Pisoiu, Senior Researcher am Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip), spreche ich über ihr Forschungsprojekt, das sich dem Schutz von religiösen Zentren widmet. Nicht erst seit dem 7. Oktober kommt es zu vermehrten Angriffen gegen jüdische und muslimische Kultstätten, aber auch gegen christliche. Was man dagegen tun kann und welche Rolle die rechtsextreme und islami

#41 Wieviel Spaß darf Protest machen, Cornelius Obonya?
Cornelius Obonya nicht nur ein international gefragter Schauspieler, ob auf den Bühnen der deutschsprachigen Welt oder in Film und Fernsehen, sondern auch zivilgesellschaftlich engagiert, u.a. bei Courage – Mut zur Menschlichkeit. Mit ihm spreche ich über sein jahrzehntelanges Engagement, was ihn antreibt und ihm Hoffnung gibt und warum wir mehr „Freude am Verzicht“ brauchen.
Fragen, Anregungen, F

#40 Wirkt die Grundversorgung desintegrativ, Sieglinde Rosenberger?
In dieser zweiten Spezialfolge zum Aktionsmonat der Grundversorgung, die es seit mittlerweile 20 Jahren gibt, spreche ich mit der Politikwissenschaftlerin Prof. Sieglinde Rosenberger von der Universität Wien. In ihrer Forschung ging sie u.a. der Frage nach, welchen Effekt organisierte Sammelunterkünfte in der Grundversorgung auf die Integration von Schutzsuchenden in Gesellschaft und Arbeitsmarkt

#39 Mythos Grundversorgung – Wieviel bekommen Flüchtlinge?
In der ersten von zwei Spezialfolgen zur Grundversorgung, die im April 2024 ihr 20-jähriges Bestehen feiert, spreche ich mit dem Flüchtlingskoordinator und Geschäftsführer der Bundesbetreuungsagentur (BBU) Andreas Achrainer. Die BBU kümmert sich in Österreich im Rahmen der Erstversorgung um alle hilfs- und schutzbedürftigen Personen, die einen Asylantrag gestellt haben. Andreas Achrainer erklärt,

#38 Wie heuchlerisch ist die Migrationspolitik, Paul Lendvai?
Paul Lendvai ist nicht nur einer der bekanntesten Journalisten und Kommentatoren Österreichs, er hat auch die Aufnahmebereitschaft dieses Landes schon selbst als Flüchtling kennengelernt. In Ungarn geboren, über Polen nach Wien geflohen, machte er hierzulande eine beeindruckende Karriere, unter anderem beim Österreichischen Rundfunk. Bis heute moderiert er die Diskussionssendung „Europastudio“ und

#37 Zum Weltfrauentag: Wie die „Omas gegen rechts“ unsere Demokratie retten
Susanne Scholl ist Journalistin, Autorin und Mitglied der Initiative „Omas gegen rechts“, die sich für Menschenrechte und den Erhalt der parlamentarischen Demokratie einsetzt. Ihre Erlebnisse an der EU-Außengrenze in Bosnien hat sie in ihrem Buch „Was ist Flucht? Warum Europa helfen muss“ (Edition Konturen, 2023) verarbeitet. In dieser Folge berichtet sie aus Gesprächen mit dort gestrandeten Migra

#36 2 Jahre Krieg: Wie geht es ukrainischen Kindern und Jugendlichen in Österreich?
2 Jahre Krieg: Wie geht es ukrainischen Kindern und Jugendlichen in Österreich?
Zwei Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine widmen wir uns den Erfahrungen ukrainischer Kinder und Jugendlichen seit ihrer Flucht nach Österreich. Mein Gast dazu ist Daniel Landau vom Team der Stabsstelle Ukraine Flüchtlingskoordination, der gemeinsam mit seinem Bruder Michael, ehemaliger P

#35 Sonderfolge live vom Badeschiff in Wien: Irreguläre Migration: Zeitgenössisches Phänomen oder politischer Kampfbegriff?
In dieser Live-Aufzeichnung vom 23. Jänner am Badeschiff in Wien hört ihr Lukas Gahleitner-Gertz, Sprecher der Asylkoordination Österreich, im Gespräch mit Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich, und mir. Wir nähern uns dem heiklen Thema „irreguläre Migration“ und versuchen zu klären, was das eigentlich ist, wie viele Menschen in Österreich als „irregulär“ gelten un

#34 Welche Medien braucht eine Migrationsgesellschaft?
Melisa Erkurt ist Autorin, ehemalige Lehrerin und eine der erfolgreichsten Medienschaffenden des Landes – nur wird sie oft nicht als solche wahrgenommen, hat sie mit Die Chefredaktion doch ein reines Online-Medium auf Instagram und TikTok geschaffen, das sich explizit an junge Menschen, meist mit Migrationsbiographie, richtet. Den Vorwurf, dass diese politisch desinteressiert seien, lässt Melisa d

#33 Wahljahr 2024: Lässt sich der Aufstieg der Rechtspopulisten noch verhindern?
2024 erwarten uns mehrere richtungsweisende Wahlen, darunter die Nationalratswahl in Österreich, die Wahlen zum Europäischen Parlament und die Wahl des US-Präsidenten. Der Zugewinn rechter Parteien scheint schon jetzt gesichert. Doch ist dem wirklich so? Wie kann man Rechtspopulisten Einhalt gebieten und welche Form der Migrationspolitik taugt dafür? Darüber klärt der Politikwissenschaftler Marcel

#32 „Vor Gericht liegt die Zukunft in den Händen der Dolmetscherin“
Fatemeh Jafari ist 2015 von Afghanistan nach Wien geflüchtet und arbeitet heute als zertifizierte Gerichtsdolmetscherin. In dieser Folge erzählt sie ihre Fluchtgeschichte, die über den Iran, die Türkei, die Balkanroute bis nach Kärnten führte, und berichtet über ihre Erfahrungen im österreichischen Asylverfahren. Als Übersetzerin spielt sie heute eine Schlüsselrolle, wenn es vor Gericht darum geht

#31 Asylpolitik für „Normaldenkende“
Rechtspopulisten versuchen ein rückwärtsgewandtes Weltbild, das sogenannte „Retrotopia“ (Zygmunt Bauman) zu verwirklichen, das immer mehr in die Mitte der Gesellschaft hineinreicht. Sie setzen dabei auf „Asylpolitik mit Hausverstand“ und „Normaldenkende“. Wer das ist und wer nicht, das bestimmen sie selbst. Das ist die These, die die Linguistin Ruth Wodak, einer der bekanntesten Wissenschaftlerinn

Sonderfolge: „Auch ein Ars**loch hat Menschenrechte“ – 75 Jahre Menschenrechtserklärung
Aus den Gräuel der beiden Weltkriege und den Verbrechen der Shoa gelernt, hat die internationale Staatengemeinschaft vor 75 Jahren die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Seitdem hat sich menschenrechtlich viel getan, nicht immer nur Gutes. Wie es heute um die Menschenrechte im Iran, im Nahostkrieg und in Österreich bestellt ist, wie polarisiert Debatten darüber geführt wird, un

#30 Unsichtbar (gemachte) Erntearbeiter*innen in Österreich
Erntearbeiter:innen aus Rumänien, Bulgarien, Serbien, der Ukraine und anderen Drittstaaten sind die ersten, die unser Gemüse berühren und die unsere Nahrungsmittelsversorgung sicherstellen. In der Pandemie waren sie „Systemerhalter:innen“, bei Ausbruch des russischen Angriffskriegs hatte man Sorge, dass sie ausbleiben werden. Sie stehen bei jedem Wetter auf den Feldern, oft rund um die Uhr. Die en

#29 Wie kann eine globale Erinnerungskultur an Flucht und Vertreibung gelingen?
Können wir aus der Geschichte und den Geschichten der Gewalt für die Gegenwart lernen oder zeigen uns aktuelle Ereignisse, dass wir als Menschheit immer wieder kläglich an diesem Anspruch scheitern? Wie eine globale Erinnerungskultur gelingen kann und warum sie demokratiepolitisch notwendig ist, zeichnet die Historikerin Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrum München, in ihrem Buch

#28 600 Tage ukrainische Flucht nach Österreich
Mehr als 600 Tage dauert der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine nun schon und seit mehr als 600 Tagen sind tausende ukrainische Frauen und Kinder in Österreich. Ihr anfänglicher Wunsch nach rascher Rückkehr hat sich in dauerhafte Bleibeabsichten gewandelt. Wie es Ukrainer*innen in Österreich heute geht, was die Flucht mit Ehen und Familien gemacht hat, und wann die Fluchterfahrung zur Resso

#27 Zufluchtsort Israel
Die Eskalation des Nahost-Konflikts hat auch Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen jüdisch, muslimisch und christlich geprägten Menschen in Europa. Gewalt in Sprache und Tat gegen jüdisches Leben nimmt zu, genauso wie Ressentiments gegen Flüchtlinge und Migrant*innen aus muslimischen Ländern, denen der „eingewanderte“ Antisemitismus“ zugeschrieben wird. Haben „wir“ Österreicher*innen unsere Ve

#26 Sehnsuchtsort Deutschland?
Isabel Schayani, Journalistin beim Westdeutschen Rundfunk in Köln, ist bekannt für ihre preisgekrönten Berichte von den EU-Außengrenzen und aus humanitären Krisengebieten, zuletzt aus der Ukraine. In ihrem neuen Buch „Nach Deutschland: Fünf Menschen. Fünf Wege. Ein Ziel“, erschienen bei C. H. Beck, gibt sie Menschen, die nach Europa flüchten, ein Gesicht und eine Geschichte. Wir sprechen über die

#25 Unsere Wut könnt ihr haben
Was haben Rassismus, Wut und Widerstand miteinander zu tun? Diesem Spannungsgeld widmet sich die Philosophin, Autorin und Public Speakerin Amani Abuzahra, eine der bekanntesten Referent:innen zum Thema anti-muslimischer Rassismus in Österreich, in ihrem neuen Buch „Ein Ort namens Wut“ (Kremayr & Scheriau, 2023). Amani spricht mit mir über die „feeling power“ der weißen Dominanzgesellschaft, über W

#24 Der migrationspolitische Herbst
Zurück aus der Sommerpause bespreche ich die großen migrations- und asylpolitischen Themen des Herbsts: Warum kommt es zu immer mehr Ankünften auf Lampedusa und wie geht Italien damit um? Wie wird es mit dem Asylkompromiss der EU weitergehen? Wohin verlagern sich Schlepperrouten innerhalb Österreichs? Welche Bleibeperspektive haben ukrainische Vertriebene? Wie lange noch müssen wir „Migration und

#23 Warum die Gen Z migrantisch ist
In dieser Folge berichtet die Journalistin Emilija Ilic von den „Jugendstories“, einem Projekt der Arbeiterkammer Wien, welches sie als Social-Media-Beauftragte begleitet. Während der Pandemie und darüber hinaus erhielten Jugendliche und junge Erwachsene bei den „Jugendstories“ die Möglichkeit, selbst einmal im Mittelpunkt zu stehen, ihre Stimme hörbar und ihre Anliegen sichtbar zu machen; Trainin

#22 Ausnahmezustand an Europas Grenzen
Die Journalistin Franziska Grillmeier berichtet seit Jahren vom Ausnahmezustand, der längst zum Normalzustand wurde, an Europas Grenzen, zuletzt auch in ihrem neuen Buch „Die Insel“ (2023, C.H. Beck). Wir sprechen über das jüngste Schiffsunglück in der Ägäis, Push-Backs und systematische Gewalt, europäische Abschreckungs- und Abschottungspolitik und das Erstarken rechter Parteien in Griechenland.

#21 Spezialfolge zum Weltflüchtlingstag – mit Alma Zadić
In dieser Spezialfolge zum Weltflüchtlingstag spreche ich mit Justizministerin Alma Zadić, die selbst als Flüchtling aus Bosnien nach Österreich gekommen ist. Wir diskutieren Österreichs ambivalentes Verhältnis zur eigenen Geschichte als Aufnahmeland, wie man die Zugehörigkeit aller hier lebenden Menschen fördern kann und welche Rolle Österreich in der sich verschärfenden EU-Abschottungs- und Ausl

#20 EU-Asylrechtsreform – Durchbruch oder Dammbruch?
Die EU-Innenminister*innen haben sich diese Woche beim Migrationsgipfel in Luxemburg auf eine Reform des EU-Asylrechts geeinigt. Geplant sind Grenzverfahren an den Außengrenzen sowie eine verpflichtende Solidarität aller Mitgliedsstaaten – entweder durch Aufnahme von Geflüchteten oder in Form von Kompensationszahlungen. Doch sind diese Vorhaben auch umsetzbar? Was bedeuten sie für Geflüchtete und

#19 Das Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft
In ihrem Buch „Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft“ (Urbanophil, 2023) beschäftigt sich Gülsah Stapel, Kuratorin der Stiftung Berliner Mauer, mit den bislang unbekannten Erinnerungsorten türkeistämmiger Berliner*innen. Im Gespräch mit ihr kreisen wir immer wieder um den Grundgedanken dieses Buchs: Wenn wir Migrationsgesellschaft leben wollen, müssen wir auch die städtische Erinnerungspoli

#18 Die Ambivalenz des Aufbrechens und Ankommens
Über Österreichs Blick auf die Zeit der Gastarbeiterabkommen wurden in letzter Zeit viel diskutiert und gestritten. Doch wie steht es um die Erfahrungen der Gastarbeiter:innen in dieser Zeit? Mit dieser Frage hat sich die Soziologin Faime Alpagu in ihrer Dissertation, die mit dem Dissertationspreis für Migrationsforschung der ÖAW ausgezeichnet wurde, beschäftigt: Sie analysierte Fotografien, Audio

#17 Real Talk mit „Toxische Pommes”
Hoher Besuch bei „Aufnahmebereit“: Irina, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen „Toxische Pommes“, erzählt, wie sie zu ihren Ideen kommt und sie humoristisch verarbeitet. In ihren Videos auf TikTok und Instagram widmet sie sich oft der widersprüchlichen Haltung der Österreicher*innen gegenüber „de Auslända“. Warum dieses Thema wie kein anderes bewegt und wie lächerlich die Anti-Einwanderungsrhe

#16 Grenzziehungen in Sprache, Diskurs und Gesellschaft
In dieser Solo-Folge, inspiriert durch eine Tagung des Dokumentationsarchivs Migration Tirol, widme ich mich den Grenzziehungen in der Sprache: In welchem Verhältnis stehen Begriffe wie „Flucht“ und „Migration“, „Exil“ und „Vertreibung“? Welche gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen haben (fehlende) Grenzziehungen zwischen diesen Begriffen? Was würde es bedeuten, wenn wir Flucht und Migra

#15 (Fehlende) Anerkennung von Migrant*innen und ihren Qualifikationen
Es ist paradox: Überall wird nach „qualifizierter Zuwanderung“ gerufen, aber viele Migrant*innen können ihre mitgebrachten Qualifikationen am österreichischen Arbeitsmarkt gar nicht einsetzen: Sie sind von Dequalifikation betroffen, also für die ausgeübte Tätigkeit (massiv) überqualifiziert. Welche Rolle die mühevolle „Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen“ dabei spielt, wie genau

#14 Das Gastarbajteri-Denkmal
Gastarbeiter*innen wären ein Fehler, so tönte es jüngst seitens des offiziellen Österreichs. Die Aussage des Bundeskanzlers entfachte eine neuerliche Debatte über Integration, Einwanderungspolitik und Arbeitskräftebedarf. Einen ressourcenbetonten Zugang zum Thema hat Savo Ristić, Sohn eines kroatischen Gastarbeiters, der sich für die Errichtung eines „Gastarbajteri-Denkmal“ in Wien einsetzt. Warum

#13 Wirtschaftsmigration damals und heute
Der Wirtschaftshistoriker Markus Lampe vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der WU Wien berichtet von den Erkenntnissen einer Studie zur Emigration aus Dänemark Ende des 19. Jahrhunderts, die viele Parallelen zur Gegenwart bereithält. Wir erörtern, warum es wichtig ist, Wirtschaft(smigration) als eingebettet in Umwelt und Politik zu begreifen und als solche zu analysieren. Und wie s

#12 Sonderfolge zum Weltfrauentag: Wie geht es Journalistinnen in Afghanistan?
Die Fernsehjournalistin Tanya Kayhan, die 2011 nach Österreich geflüchtet ist, berichtet über die Bedingungen für Journalistinnen in Afghanistan. Beim TV-Sender Voice of America konnte Tanya lange Zeit ohne Kopftuch und regierungskritisch berichtet. Das alles änderte sich mit der Machtergreifung der Taliban. Über die Rechte der Frauen in Afghanistan, aber auch über die Herausforderungen als geflüc

#11 Österreichs kolonialistische Vergangenheit
Dass Österreich als ehemalige Monarchie eine imperiale Vergangenheit hat, ist hinreichend bekannt. Aber hat es auch eine koloniale Vergangenheit? Das bespreche ich mit der Historikerin und Journalistin Vanessa Spanbauer, die auch von der Rückgabe kolonialer Gegenstände, von menschlichen Überresten bis hin zu Kautschuk für die Autoteilproduktion, berichtet. Das koloniale Erbe ist gegenwärtiger, als

#10 Sonderfolge: Wie Österreich ukrainischen Geflüchteten hilft – und wie nicht
In dieser Sonderfolge zum 24.2. ist die Politikwissenschaftlerin Oleksandra Demianenko bei mir zu Gast, die vor einem Jahr von der Ukraine nach Österreich geflohen ist. Wir sprechen über ihre bisherige Erfahrung in Österreich und mit den Österreicher*innen, wie es hierzulande um die Willkommenskultur und die Zivilgesellschaft bestellt ist und welche Beitrag Österreich als neutrales Land leisten ka

#9 Humanitäre Aufnahme von Erdbebenopfern
Das Erdbeben in der Türkei und Syrien zählt zu den verheerendsten in der Geschichte, die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg zuletzt auf 37.000. Tausende Menschen sind obdachlos, ohne Zugang zu regelmäßiger Nahrung, Wärme und Gesundheitsversorgung. Die Katastrophe ist aber nicht nur natürlichen Ursprung, sondern hat auch eine politische Dimension, wie Mercan Falter, die selbst Familienangehörige

#8 Psychische Gesundheit und Flucht
In dieser Folge ist die klinische Psychologin und Psychotherapeutin Marlies Braun zu Gast. Wie sprechen über traumatisierende Erlebnisse vor und während der Flucht, deren Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten im Aufnahmeland Österreich. Und Marlies klärt auf, wie es um den Stellenwert transkultureller Medizin und die Diversitätskompetenz von Psychiater*innen und Psychotherapeut*innen bestellt
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